BSC Tag 1 - Hamburg bis Simrishamn

Dank Hotel und Portugiesisch-Nordischem Frühstück gut gestärkt, geht es für die Espressonisten an den Start zum Fischmarkt St. Pauli. Die Atmosphäre ist trotz später einsetzendem Regen energiegeladen - alle Teams wirken euphorisch, jeder will auf die Bahn, um möglichst schnell die ersten Aufgaben zu bewältigen.

Atelier_001_2040.jpg

Welche genau das sind, haben wir heute erfahren. Mit der Anmeldung als Team erhalten wir das Roadbook, zwei Kästen Bier für die anstehende Party auf den Lofoten, einen Holzscheit (dazu später mehr) und eine blaue Büroklammer. Die gilt es in jedem Land gegen etwas höherwertigeres zu tauschen, um am Ende das Mitbringsel zu haben, das bei der Auswertung als das beste und originellste bewertet wird. Weitere Aufgaben, die uns das Roadbook vorgibt: verschiedene Fotomotive umsetzen (ein Pferd, das unser Auto zieht; ein russisch aussehendes Bond-Girl samt Pistole) und wild campen für Punkte, die am Ende den Sieger der Rallye bestimmen. Darüber hinaus gibt es für jeden Tag Aufgaben. Heute müssen wir den südlichsten Punkt Schwedens erreichen, um uns der Wikingertaufe zu stellen.

Atelier_002_2047.jpg
Atelier_003_2054.jpg

Ein weiteres Highlight des Starts: Toni, der den Baltic Sea Circle als Erstes mit einer Vespa bestreiten will. Wir alle drücken die Daumen, dass wir ihn im Ziel begrüßen dürfen.

Endlich unterwegs entscheiden wir uns für die Fähre von Puttgarden nach Dänemark statt dem längeren Landweg. Um die eigene Moral hochzuhalten aber auch den in Skandinavien teureren Alkohol als Tauschobjekt vorrätig zu haben, begeben wir uns auf das von Dennis so getaufte "Schnapsschiff", ein ehemaliges Fährschiff, auf dem auf drei Decks Tonnen von Alkohol zu kaufen sind und in dem sich vor allem Dänen eindecken. Hier können wir den noch in Deutschland vorgegebenen ersten Tausch der Büroklammer zu einem blauen Plastikfeuerzeug vollziehen, welches wir noch auf der Fähre (aber schon in dänischem Hoheitsgebiet) gegen einen Plastikchip für EInkaufswagen eintauschen.

Atelier_001_2104.jpg

Dänemark wird nur kurz von uns durchfahren, bis wir uns nach Schweden durchschlagen, um rechtzeitig zum Abend an Aless Stelar anzukommen - einem Denkmal aus Wikingerzeiten, das vermutlich kalendarisch genutzt wurde, um Jahreszeiten festzuhalten. Hier vollziehen wir mit anderen die Wikingertaufe: fünf Gegenstände müssen auf dem Rücken getragen werden, während man einen der Steinpfeiler auf Knien umrundet, um für eine lange Reise gerüstet zu sein (zu einem späteren Zeitpunkt fragen wir einen Schweden, ob dieser Brauch tatsächlich existiert: wie erwartet gibt es ihn erst seit Bestehen des Baltic Sea Circle).

Die fünf Gegenstände sind:

Wasser aus der Ostsee / Sand von der dänischen Küste (stilecht in einem True Fruits-Glas gelagert) / ein grüner Zweig aus Schweden / skandinavisches Metall (in unserem Fall eine IKEA-Schraube - schwedischer geht es nicht) / Wind (der quasi immer vorhanden ist und deswegen nicht mitgebracht werden muss)

Als frisch getaufte Wikinger scheuen wir nicht davor zurück, unser Zelt wild direkt am Strand von Simrishamn aufzuschlagen und die erste Nacht des Baltic Sea Circle im Freien zu verbringen. Wie im nächsten Bericht zu lesen, wird es gleichzeitig ein Test der Wasserdichtigkeit unserer Stoff-Unterkunft.

Wir sind bereits für weitere Abenteuer!

Gefahrene km: 470

Reisezeit: 10 Stunden

Road Kill: 1 Stechmücke Innenseite Windschutzscheibe

Dennis Wilhelms