Tag 2: Simrishamn bis Degerfors - Ende gut, alles gut!

02 Uhr morgens: Regen setzt ein. dank stakkatohaftem Dauergetrommel ist an Schlaf nicht zu denken. Viel zu denken ist an die Tatsache, dass unser Zelt zwar ursprünglich 99 Euro gekostet hatte, dann aber durch den Fachhandel (Lidl) auf fantastische 59 Euro reduziert wurde. Jeder Verdacht, dass es sich dabei um Verkaufsstrategie handelte und die Zeltbahnen in Wirklichkeit chinesische Billigstarbeit statt herausragende Ingenieurskunst darstellen, maximiert sich! Aber: wir bleiben trocken! China hat sich gerade massig Pluspunkte verdient. Danke, Xi Jinping!

03 Uhr morgens: Die Sonne geht auf! Es regnet! Jetzt ist es laut UND hell. An Schlaf ist nicht zu denken!

06 Uhr morgens: irgendwie geschlafen. Immer noch hell, dafür leise! Und trocken!

Der Stellplatz erweist sich als goldrichtig. Außer uns hat es ein weiteres Team hierhin verschlagen, aber geschätzte 5 Quadratkilometer Strand lassen sich sehr gut durch zwei Parteien teilen!

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Der Regen setzt gegen Mittag wieder ein und begleitet uns fast pausenlos bis zum Abend! Die heutige Etappe dehnt sich aufgrund des Regens auf die gefühlt doppelte Zeit. Der Scheibenwischer meldet sich bereits zur Burn-out-Therapie und wenn ich am Steuer sitze, habe ich das Gefühl, eine Brille zu brauchen, weil durch das ständig nachfließende Wasser Scharfsehen nicht mehr möglich ist.

Die Tagesaufgabe umfasst das Finden eines Autofriedhofs in Südschweden, um dort ein Foto eines verwitterten (angeblichen) Tourbusses der Band ABBA zu machen! Im Dauerregen erledigen wir dies - Spaß macht es keinen!

Einhellig entschließen wir uns, trotz wasserdichtem Zelt eine Nacht indoor zu verbringen. AirBnB beschert uns eine Wohnung in der vorgeschlagenen Region in Mittelschweden, was wir prompt ansteuern. Erst nach Erreichen der Adresse stellen wir fest, dass wir zwar in der richtigen Straße stehen (Vallgatan 3), aber trotzdem 80 km vom Zielort entfernt sind. "Vallgatan" ist anscheinend gleichzusetzen mit "Bahnhofstraße", jeder Ort hat eine und wenn man eine Kleinigkeit (wie den korrekten Ortsnamen) überliest, landet man in Karlstad anstatt Degerfors. Moral im Keller! Warme Mahlzeit und warmes Bett erst einmal verschoben.

Dann aber doch Ankunft bei der AirBnB-Wohnung und neue Probleme: der Versuch, unsere Fähre zu den Lofoten für kommenden Mittwoch zu reservieren, scheitert an der Online-Buchbarkeit. Nur 40% der Plätze können vorgebucht werden und uns scheint nichts anderes übrig zu bleiben, als mit 250 anderen Teams vor der kleinen Fähre zu hoffen, dass genügend Plätze vorhanden sind.

Aber dafür helfen unsere Gastgeber uns bei einer der Fotochallenges. Dank Airsoft-Gewehr, Fellmütze, Schaffell und Lederjacke können wir einen Haken an das "russische" James-Bond-Girl-Foto machen!

Trotzdem: das Fährenproblem lässt uns ratlos zurück: buchbare und damit sichere Alternativen sind eine Fähre um 03:45 Uhr oder um 17:00 Uhr. Im ersten Fall ist an einen tauglichen Schlafrythmus nicht zu denken und wir müssen zusätzliche 300 km fahren, um rechtzeitig anzukommen, im zweiten erreichen wir die Party auf den Lofoten, wenn alle ins Bett gehen.

Ohne Lösung in Sicht beenden wir den Tag. Immerhin: den Plastik-Einkaufschip konnten wir gegen einen Cocktail-Zier-Stab von Bacardi eintauschen. Definitives Upcycling. Und in Norwegen, wo alles teurer ist, werden wir dieses Kleinod auf jeden Fall gegen etwas hochwertigeres tauschen können!

gefahrene Kilometer: 650

Reisezeit: 11 Stunden

Highlight des Tages: japanisch-schwedisches Fischbuffet

Lowlight: Rest des Tages

Dennis Wilhelms